Wie wichtig ist Jod im Babybrei?

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Ein Thema was auch sehr oft im Zusammenhang mit der Beikost auftaucht ist „Jod im Babybrei“. Wie so oft ist aber auch hier die Verunsicherung groß.

Wir möchten hier ein paar Informationen rund um das Thema Jod vermitteln und auch die offiziellen Empfehlungen für Babys, Kleinkinder und auch Schwangere und Stillende aufführen. Außerdem klären wir die Frage, ob man Jod dem Babybrei hinzufügen sollte und welche Lebensmittel auch nach der Beikostzeit ein guter Jodlieferant sind.
Grundsätzlich gilt aber auch beim Thema Jod: am besten beim Kinderärzt:in informieren und hier gemeinsam individuelle Anforderungen und Umsetzungen klären.

Was ist Jod überhaupt?

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper zum Bilden von Schilddrüsenhormonen benötigt.
Es fördert auch die Bildung und die Reifung von Nervenzellen im Gehirn. Ein Jodmangel kann deshalb die Hirnentwicklung negativ beeinflussen und zu Verzögerung der Skelettreife und des Wachstums führen.

Muttermilch als der perfekte Jodlieferant

Bei einem Säugling ist die Jodspeicherkapazität der Schilddrüse noch sehr eingeschränkt, deshalb sollte auf ein gleichmäßige Jodangebot für das Baby geachtet werden, empfiehlt das Robert Koch Institut.

Es kann Sinn machen, dass Mütter in der Schwangerschaft und Stillzeit zusätzlich Jod in Form von Jodtabletten zu sich nehmen. Voraussetzung für eine gute Jodversorgung in der Schwangerschaft und während des Stillens ist nämlich, dass auch die Mutter selbst ausreichend mit Jod versorgt ist.
Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Menge Jod-Zufuhr:

  • Schwangere: 230 μg /Tag
  • Stillende: 260 μg/Tag
  • Säuglinge 0-4 Monate: 40 μg/Tag
  • Babys 4-12 Monate: 800 μg/Tag

Ist dies sichergestellt, wird das Kind über die Muttermilch dann auch ausreichend mit Jod versorgt. Auch bei industriell hergestellter Säuglingsanfangsnahrung (Säuglingsmilch) ist eine ausreichende Jod-Zufuhr bereits sichergestellt.

Mit dem Beginn der Beikostzeit, sinkt dann naturgemäß der Still- bzw. Flaschenanteil der Ernährung. Wer hier auf selbstgemachte oder zusatzstofffreie Babybeikost wie Sprösslinge Babybrei setzt, sollte sich Gedanken über eine zusätzliche Jodzufuhr machen. Eine Supplementierung (Dosierung und Form) sollte aber unbedingt mit der/dem Kinderärzt:in abgestimmt werden.

Die richtige Ernährung nach der Stillzeit

Doch wie sieht aus, wenn die Stillzeit/Beikostzeit vorbei ist und das Kind an die normale Familienkost herangeführt wird?
Jodreiche Lebensmittel sind vor allem Meeresfische, Milch(produkte) und jodiertes Speisesalz. Letzteres fällt aufgrund der empfohlenen salzarmen Ernährung bei Kleinkindern weg.
Bei vegan ernährten Kindern ist deshalb das Risiko eines Jodmangels hoch. Hier sollte auf jeden Fall ein/e Kinderärzt:in zu Rate gezogen und eventuell supplementiert werden.

Aber auch bei vegetarischer Ernährung gibt es Risiken. Wenn kein Fisch gegessen wird, bleiben Milchprodukte als Hauptjodlieferant für das Kind.

Aber Achtung: Gerade in Biomilch kann deutlich weniger Jod vorhanden sein als in konventioneller Milch. Ausschlaggebend für den Jodgehalt der Milch ist, wie viel Jod das Futter der Kuh enthielt. Gras- und Maisfuttermittel, aber auch Futtergetreide, sind allesamt von Natur aus jodarm, so dass Jodzusätze zum Tierfutter notwendig sind. Manche Bio-Bauern verzichten aber darauf, sodass Biomilch zwischen einem Drittel und zwei Dritteln weniger Jod enthalten kann.

Allerdings werden viele verarbeitete Lebensmittel von Brot über Müsli bis hin zu Fertiggerichten mit Jodsalz hergestellt. Hier genügt ein Blick aufs Etikett, um zu erkennen, ob ein Produkt Jodsalz enthält.

Die generelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sieht für Kleinkinder 2-mal die Woche Seefisch und täglich Milchprodukte vor. Damit ist eine ausreichende Jod Zufuhr auf jeden Fall sichergestellt.

Quellen und Empfehlungen

Für weitere Informationen sollte man am besten das Gespräch mit der/dem Kinderärzt:in suchen.
Darüber hinaus findet man hilfreiche Informationen bei